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Nach der Krise - Was kleine und mittelständische Unternehmen jetzt tun müssen!

Kurzfristig wird man die strengen Restriktionen, die im Zuge des Lockdowns zur Corona-Pandemie beschlossen wurden, Zug um Zug aufheben oder lockern. Vielleicht nicht alle, aber primär die, die unsere Wirtschaft betreffen.

 

Aber was dann?

 

Kehren nun alle aus dem Homeoffice, der Kurzarbeit, dem Zwangsurlaub wieder zurück an den Arbeitsplatz und machen weiter wie bisher, als sei nichts gewesen?

Jeder Unternehmer mit gesundem Menschenverstand kann das wohl  mit Sicherheit verneinen - wenn man sich z. B. folgende Fragen stellt:

  • Sind Ihre Kunden noch dieselben wie vor der Krise?
  • Sind Ihre Lieferanten noch dieselben? Und ist deren Lieferfähigkeit unverändert?
  • Ist Ihre Supply Chain noch intakt?
  • Wie steht es um Ihre eigene Produktion und Produktivität?
  • Ist die eigene Lieferfähigkeit  unverändert?
  • Haben Ihre bestehenden Verträge noch Bestand?
  • Wie sieht es mit dem Vertrauen in die Zahlungsmoral oder Liquidität Ihrer Geschäftspartner aus?
  • Braucht der Markt noch Ihre Produkte und Dienstleistungen; welche besonders, welche nicht mehr? 

Es gibt zwei Szenarien, mit denen Sie in der Wiederanlaufphase rechnen müssen:

 

1. Entweder Ihre Kunden bestellen bei Ihnen das nach, was in den letzten Wochen „liegen bleiben musste oder nicht geliefert werden konnte“ und überlasten damit Ihre Kapazitäten oder

2. die Bestellungen Ihrer  Kunden bleiben aus, weil sich deren Bedarf oder deren eigene Situation verändert hat.

 

 Je länger Sie darüber nachdenken, desto mehr offene und teils unbeantwortete Fragen werden Sie sich stellen stellen!

  

„Wie kommen Sie am schnellsten an den Punkt eines erfolgreichen Unternehmertums zurück? Welche Schritte sind jetzt für einen „Restart“ notwendig?“

 

 1.     Informationsbeschaffung und Auswertung

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Warenwirtschaftsdaten  (Lagerbestände etc.).
  • Führen Sie eine Situationsanalyse durch.
  • Sind Ihre Lieferketten (Lieferanten, Logistik etc.) noch intakt. Gibt es neue Konditionen?
  • Haben Sie ausreichend Personal? (Rechnen Sie immer auch mit kurzfristigen Ausfällen durch Quarantäne.)
  • Wie ist die Situation Ihrer Kunden? => Marketing Mix:
    • Produktpolitik: Welche Produkte braucht der Markt jetzt (noch)?
    • Preispolitik: Sind die (alten) Marktpreise noch durchsetzbar; was macht der Wettbewerb?
    • Kommunikationspolitik: Welche Botschaften muss ich jetzt an meine Kunden senden und auf welchen Kanälen?
    • Distributions-/Vertriebspolitik: Welche Kunden beliefere ich zuerst; wie mit ausländischen Kunden verfahren?
  •  Kommunizieren Sie mit Ihren Kunden und Lieferanten.
  • Setzten Sie vermehrt Ihr CRM ein.

TIPP: Marketing und Vertrieb als Speerspitze jedes Unternehmens sind beim „Restart“ in der Anlaufphase besonders gefordert!

 

>> Marktinformationen sind jetzt besonders wichtig. <<

 

 

 2.     Ist-Prozesse analysieren und neu anpassen

  • Erkenntnisse aus Ihrer Informationsbeschaffung sollten zeitnah in Ihre Prozesse einfließen. Bsp.: Fehlende Lieferanten ersetzen, neue/andere Konditionen aushandeln, bei veränderten EK´s die VK´s anpassen etc.
  • Prozesse „verschlanken“ (ggf. erst mal kurzfristig).
  • Prozesse automatisieren – Digitalisierung.

 

3.     Risiko und physische Resilienz

  • Erstellen sie einen Hygiene-Plan zur Prävention von Infektionen in Ihrem Unternehmen!!
  • Maßnahmen zur Sicherstellung von Zahlungen.
  • Maßnahmen zur Sicherstellung eigener Liquidität.
  • Überprüfung Ihres Geschäfts- und Vertriebsmodells.
  • Maßnahmen zur Personalsicherung (z. B. bei erneuter Schließung durch Quarantäne).
  • Strategische Maßnahmen bspw. Anhebung von Sicherheitsbeständen.
  • Digitalisierungsmaßnahmen mit externer Zugriffsmöglichkeit z. B. für  Homeoffice.
  • Legen Sie bereits angefangenen oder geplante Projekte die nichts mit dem Restart zu tun haben "auf Eis".
  • Halten Sie einen „Plan B“ bereit!

4.     Holen Sie sich, wenn nötig, Unterstützung

  • Viele der beispielhaften Maßnahmen sind zeitkritisch. Oft stehen nicht ausreichend Manager mit Prozess- oder Krisenerfahrung im eigenen Unternehmen zur Verfügung.

 TIPP: Erstellen Sie Ihren individuellen Wiederanlaufplan für den Neustart.

 

 

Zusammenfassung:

 

Gehen Sie mit Zuversicht in die Restart-Phase. Es gibt nicht „die perfekte Lösung“, da Beispiele aus der Vergangenheit fehlen, aus denen man lernen könnte.

  • Überprüfen Sie ständig Ihre Entscheidungen und passen Sie diese, wenn nötig, kurzfristig an. (Management-Kreis)
  • Schauen Sie hin und wieder über den Tellerrand, was andere Marktbegleiter gerade tun.
  • Passen Sie Ihr Geschäftsmodell (ggf. nur vorübergehend) an.
  • Auch das, was sich in anderen Branchen tut, kann gute Ansätze für die eigene Situation liefern.
  • Holen Sie sich, wenn nötig, professionelle Hilfe!

So gelingt Ihnen der :

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